Chirurgen im ehrenamtlichen Einsatz
Der Verein interplast führt unentgeltlich plastisch-chirurgische Operationen in Entwicklungsländern durch. Dafür opfern die teilnehmenden Fachspezialisten schon mal ihren Jahresurlaub.
In Deutschland sind plastisch-chirurgische Operationen zur Beseitigung etwa von Hand- und Gesichtsfehlbildungen oder den Folgen von Verbrennungen an der Tagesordnung. In den ärmeren Regionen dieser Welt jedoch müssen viele Menschen mit diesen Entstellungen leben, weil es oft an Fachwissen oder den dafür nötigen klinische Einrichtungen mangelt. Die deutsche Sektion für Internationale Plastische Chirurgie für Entwicklungsländer, interplast e.V., entsendet seit 1980 plastisch-chirurgisches Fachpersonal für Operationen in Entwicklungsländer, das dort unentgeltlich die notwendigen Eingriffe durchführt.
Dabei werden Patienten behandelt, die etwa unter Gesichtsfehlbildungen, Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten, Handfehlbildungen, schweren Verbrennungsnarben, Tumoren der Haut und des Kopfes, Defekten durch Unfälle oder Kriegsfolgen und sonstigen Erkrankungen mit Auswirkungen auf das äußere Erscheinungsbild oder die Körperfunktion leiden.
Ziel von interplast e.V. ist die soziale Integration solcher Patienten. Da in vielen Gesellschaften angeborene Fehlbildungen oder Erkrankungen als göttliche Strafe für Fehlverhalten gewertet werden, droht Betroffenen häufig der gesellschaftliche Ausschluss. Ebenso können unbehandelte Verbrennungsnarben nicht nur zu Entstellungen sondern auch zu erheblichen Funktionseinbußen - meist an Armen und Beinen - führen.
Auf Einladung eines Krankenhauses im jeweiligen Einsatzgebiet, fahren die Operationsteams für ungefähr zwei Wochen während ihrer Urlaubszeit in das jeweilige Gastgeberland. Die heimischen Ärzte und Pflegekräfte werden sofern möglich in den Arbeitsprozess mit eingebunden und angelernt. Im Idealfall können die gastgebenden Fachkollegen nach Abreise des interplast-Teams die Arbeit vor Ort selbständig weiterführen.
Dr. Matthias Gensior, plastischer Chirurg und Experte im Lifeline-Special Schönheits-OP, ist seit 1992 als ehrenamtlich bei interplast tätig. Sein diesjähriger Einsatz wird ihn nach Namibia führen. Zusammen mit einem Team aus plastischen sowie Mund-, Kiefer- und Gesichts-Chirurgen, Anästhesisten, OP- und Anästhesieschwestern werden betroffene Patienten behandelt. Auf die Frage, was ihn zu diesem ehrenamtlichen Einsatz bewege, antwortete Gensior: "Meine Motivation besteht einmal in dem Wunsch, anderen zu helfen. Andererseits bilden wir die Kollegen vor Ort aus. Die dort durchgeführten Operationen erfordern ein hohes Fachwissen und langjährige Erfahrung. Die Einsätze stellen für mich auch immer wieder eine berufliche und menschliche Herausforderung dar."
Mehr über interplast e.V. und die Arbeit des Vereins erfahren Sie hier:
www.interplast-germany.de






