Sonstige Maßnahmen
Gesichtstransplantation jetzt möglich
Das Gesicht eines anderen Menschen bekommen, das klingt nach Hollywood und nicht nach seriöser Medizin. Britische und französische Wissenschaftler stehen kurz vor der ersten Gesichtsverpflanzung. Zunächst müssen aber ethische Aspekte geklärt werden.
So manch einer mag sich dabei an den Film "Face/Off" erinnert fühlen, in dem Nicholas Cage und John Travolta ihre Gesichter tauschen. Diese utopisch anmutende Idee könnte nun Wirklichkeit werden. Neue Medikamente verhindern die Abstoßung des fremden Gewebes und machen diesen Eingriff nun möglich.
Damit könnte Menschen geholfen werden, deren Gesicht durch einen Unfall, Brandwunden oder Krebs entstellt ist. Doch trotz des medizinischen Nutzens bleiben moralisch-ethische Bedenken. Die meisten Menschen können sich damit abfinden, dass Herzen, Nieren oder andere Organe nach dem Tode entnommen werden und anderen Menschen eingepflanzt werden. Etwas anderes ist es jedoch, das Gesicht zu transplantieren. Eine komplette Verpflanzung des Gesichts eines Verstorbenen wollen die Ärzte daher erst durchführen, wenn diese grundsätzlichen Fragen erörtert und geklärt wurden.
Bislang wird bei Eingriffen am Gesicht Haut von anderen Körperregionen verwendet. Diese sei jedoch unempfindlich gegenüber Berührungen und wirke wie eine Maske. Verpflanzt man jedoch ein komplettes Gesicht, so ist es mit mikrochirurgischen Methoden möglich, die Nerven zu verbinden und so Empfindsamkeit und Kontrolle zu erhalten.
An Interessenten mangelt es nicht. Bislang haben sich nach Auskunft des Londoner Royal Free Hospitals zehn Freiwillige aus aller Welt gemeldet. Dagegen seien nach Angaben des Schönheitschirurgen Peter Butler weniger Menschen bereit, ihr Gesicht zur Spende freizugeben.
(BSMO)
Quelle: Nach Informationen von BBC News, November 2003






