Langzeitstudie über Brustimplantate
Nach dem Einsetzen von Brustimplantaten kommt es immer wieder zu unangenehmen Verhärtungen in der Brust. Eine Langzeitstudie zeigt nun, welche wichtige Rolle die Implantat-Beschichtungen dabei spielen.
Bei Brustvergrößerungen durch Implantate kommt es nicht selten zu einer Kapselkontraktur, auch Kapselfibrose genannt: Dabei bildet der Körper Bindegewebe, um Fremdmaterial, in diesem Fall das Implantat, einzukapseln. Es kommt zu einer kugelförmigen Verhärtung des Bindegewebes, die für die Patientin schmerzhaft sein kann, ästhetisch inakzeptabel ist und durch einen chirurgischen Eingriff korrigiert werden muss. Die Ursache für eine Kapselfibrose wurde bislang oft in der Operation selber gesehen. Eine Langzeitstudie zum Thema Brustimplantate kommt jetzt jedoch zum Ergebnis, dass der Zusammenhang zwischen einer Kapselfibrose und der Operation wesentlich geringer ausfällt als bisher angenommen. Eher scheint dabei die Implants-Oberfläche Implantaten eine entscheidende Rolle bei der Häufigkeit aufgetretener Kapselkontrakturen zu spielen.
Die Studie wurde in den USA unter der Leitung von Dr. Neal Handel durchgeführt. Dabei wurden 3.495 Implantate unterschiedlicher Hersteller und unterschiedlicher Typen untersucht, die bei 1.529 Frauen im Zeitraum zwischen 1979 und 2004 eingesetzt wurden. Neben verschiedenen Implantatsfüllungen wie Silikongel oder Kochsalz-Lösung, untersuchte Dr. Handels Team auch die Verträglichkeit von verschiedenen Implantats-Oberflächen: glattwendige, silikontexturierte und MikorPolyurethan-Schaum (MPS). Dabei zeigte sich, dass unter Berücksichtigung einer Implantationszeit von 10 Jahren Patientinnen mit MikroPolyurethan-Schaum beschichteten Implantaten während des gesamten Zeitraumes eine deutlich geringere Kapselfibroserate aufweisen.
Zwar sind niedrige Kapselkontrakturraten mit MikroPolyurethan-Schaum-beschichteten Implantaten seit vielen Jahren gut dokumentiert. Diese Studie, die kürzlich in der US- Fachzeitschrift Plastic and Reconstructive Surgery" (Band 117 (3)) vorgestellt wurde, ist aber die erste Sudie, die dies in einem Beobachtungszeitraum von bis zu 25 Jahren umfangreich und statistisch basiert darstellt.






