Brustvergrößerung - Silikonimplantate

Was ist Silikon?

Silikone sind eine Familie chemischer Verbindungen. Sie bestehen hauptsächlich aus dem natürlich vorkommenden Element Silicium, das in Sand, Quarz und Steinen zu finden ist. Nach dem Sauerstoff ist Silicium (Si) das häufigste Element in der Erdkruste. In chemischer Verbindung mit Sauerstoff, Kohlenstoff und Wasserstoff wird Silicium zum Silikon. Je nach dem Grad der Vernetzung der einzelnen Silikonmoleküle kann es als Silikonöl, Silikongel oder auch als Feststoff hergestellt werden.

Fast jeder Mensch ist täglich mit Silikonprodukten exponiert und nimmt sie zum Teil auch in seinen Körper auf: Haarspray, Sonnenöl, Lippenstift, Schminkartikel, Feuchtigkeitscremes sind nur einige Beispiele aus dem Alltagsleben. In der Medizin findet Silikon zum Beispiel Verwendung in der Innenauskleidung von Spritzen, bei Gleitmitteln, bei der Beschichtung von Herzschrittmachern und künstlichen Herzklappen, bei Kathetern und Drainagesystemen, bei künstlichen Gelenken und Implantaten der verschiedensten Form - so auch Brustimplantaten.

Nach dem Verbot silikongefüllter Brustimplantate in den USA 1992 und den dann erfolgten großangelegten wissenschaftlichen Untersuchungen herrscht heute in der medizinischen Fachwelt Konsensus, dass ein statistischer Zusammenhang zwischen Rheumaerkrankungen, Bindegewebs- und Autoimmunerkrankungen, Auftreten von Brustkrebs oder anderer bösartiger Erkrankungen im Zusammenhang mit Silikonbrustimplantatträgerinnen nicht zu beweisen ist.

Vielmehr ist gesichert, dass Silikon das am längsten angewandte und auf Komplikationen und Nebenwirkungen untersuchte Fremdmaterial im Körper ist. Natürlich stehen lokale Komplikationen ausgelaufenen Flüssigsilikons alter Brustimplantate außer Frage. Daher müssen wir aus den technologischen Defiziten und Fehlern der Vergangenheit lernen: Die Vernetzung des Silikons zu einem kohäsiven Gel!

Dieses kohäsive Implantatfüllmaterial, das nicht mehr die Gefahr birgt, auszulaufen ist der neue Standard der Silikonbrustimplantate hinsichtlich Sicherheit, Haltbarkeit und Zuverlässigkeit.

Implantattechnologie gestern und heute

Die von Cronin, dem Erfinder der ersten Brustimplantate 1964 selbst als "natural feel prosthesis" bezeichneten Pioniermodelle mit flüssigem Silikongel und dünner, glatter Silikonhülle imitierten zwar ein brustähnliches weiches Tastgefühl, sind jedoch durch schwerwiegende lokale Komplikationen im klinischen Langzeitverlauf aufgefallen:


  • Auflösung der Silikonhülle durch frühzeitige Materialermüdung:
    Implantatdestruktion

  • Austritt von flüssigem Silikon/kurzkettigen Silikonmolekülen durch die dünne Membran: Implantatbleeding

  • Hohe Verkapselungsrate durch glatte Implantatoberfläche (slicks) und Implantatplazierung auf dem Brustmuskel:
    Konstriktive Kapselfibrose



Dies waren die Hauptkomplikationen, neben der Hypothese, dass Silikon auch systemische Erkrankungen verursacht, die zum verübergehenden Verbot der Silikonbrustimplantate in den USA geführt haben.

Seit Mitte der 90er-Jahre steht eine neue Implantatgeneration zur Verfügung, die so genannten Kohäsivgelimplantate.

Kohäsivgelimplantate enthalten langkettige Silikonmoleküle, die durch einen speziellen Katalysatorprozess hochgradig vernetzt sind. Durch diese molekulare Vernetzung wird das Gel kohäsiv und damit auslaufsicher. Das frühere bleeding-Phänomen ist durch die hohe Vernetzung sowie durch die chemische Reinigung des Rohsilikons von kurzkettigen Fragmenten beseitigt. Nach dem Katalysatorprozess hat das Silikongel Memoryfunktion, das heißt es behält seine ursprüngliche Form und Kontur. Durch die Materialeigenschaften des kohäsiven Memorygels wird die Produktion von anatomischen Brustimplantaten möglich, die eine planbare und möglichst natürliche Brustaugmentation erlauben. Das Tastgefühl des weichen, vernetzten Silikongels gleicht weit gehend dem von natürlichem Brustgewebe.


FAZIT:

Die neue Prothesengeneration der texturierten (rauen), anatomisch geformten Kohäsivgelimplantate ist produkttechnologische Antwort auf die Anforderungen der heutigen modernen ästhetischen und rekonstruktiven Brustchirurgie nach mehr
  • Sicherheit

  • Zuverlässigkeit

  • Planbarkeit des chirurgischen Eingriffs

Besonderheit der kohäsiven Silikonimplantate

­

  • Formstabilität

  • Kontrolle über Brustprojektion und oberes Brustvolumen

  • Minimales Risiko hinsichtlich des Auslaufens oder der frühzeitigen Veränderung des Füllmediums

Der Kipptest

  • Gering vernetztes Silikon: ein unterfülltes Silikonimplantat der älteren Generation; Kollaps des oberen Implantatpols und Hüllenfältelung

  • Ein adäquat gefülltes Brustimplantat mit Silikonkohäsivgel: formstabiles Implantat ohne Hüllenfältelung

Das Hauptargument, das zur Entwicklung alternativer Füllmedien wie Kochsalz, Sojaöl, Hydrogel oder Dextranpolymeren geführt hat, war die Angst, Silikon könne auslaufen und schwerwiegende lokale Komplikationen verursachen.

Diesem Argument ist mit der neuen Kohäsivgeltechnologie der Boden entzogen.

Vielmehr sollte vor fragwürdigen und alternativen Implantatfüllmedien gewarnt werden, die weder eine lange klinische Untersuchung noch eine gleichartige Sicherheit oder Zuverlässigkeit wie Silikon vorweisen können.

Sojaölimplantate wurden wegen vorzeitiger Öldegeneration und dem Entstehen mutmaßlich schädlicher Abbauprodukte sowie fehlender klinischer Langzeitergebnisse vom Markt genommen und kurze Zeit nach der Einführung wieder verboten. Viele Patientinnen sind der Kampagne eines vermeintlich unschädlichen Biobusens zum Opfer gefallen und müssen jetzt Folgeoperationen unterzogen werden!

Was ist der Hauptnachteil von kochsalzgefüllten Implantaten ?

Werden Kochsalzimplantate zur besseren Formstabilität prall gefüllt, sind sie hart und ergeben ein völlig unnatürliches Tastgefühl, das mit Silikon nicht zu vergleichen ist. Werden sie hingegen wegen der besseren Tastkonsistenz unterfüllt, ist ein Faltenwurf der Implantathülle unvermeidlich. Diese Implantatfältelung kann sich zum einen auf die Brustoberfläche übertragen und eine ästhetisch unerwünschte Komplikation, das wrinkling, provozieren. Zum andern führt die Faltenbildung zur vorzeitigen Materialermüdung der Hülle und kann damit ein frühzeitiges Auslaufen des Implantats (Deflation, Implantatdestruktion) begünstigen.

Alle flüssiggefüllten Brustimplantate haben statistisch ein höheres implantatbezogenes Komplikationsrisiko und bergen die Gefahr von Folgeoperationen in höherem Maße als Kohäsivgelimplantate in sich!

Im Informations- und Aufklärungsgespräch sollte die Patientin die Möglichkeit haben, alle kommerziell in Deutschland zur Zeit erhältlichen Implantattypen und Füllmedien zu sehen und zu tasten, um sich selbst über Vor- und Nachteile der einzelnen Implantattypen überzeugen zu können!

Von entscheidender Bedeutung für ein zuverlässiges Langzeitergebnis ist der Entscheid für einen Implantattyp, der nach heutigem wissenschaftlichen Kenntnisstand ein Maximum an Sicherheit, Zuverlässigkeit und zertifizierte Qualitätsnormen bietet und implantatbezogene Komplikationen reduziert.


Autor: BSMO Redaktion
Stand: 24-01-2002



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