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Schönheitsoperationen als TV-Spektakel?

Vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan - immer mehr Fernseh-Shows in Deutschland beschäftigen sich mit Schönheitsoperationen. Diese Sendungen sind jedoch nach Ansicht vieler Ärzte aus ärztlicher und ethischer Sicht nicht zu vertreten.

Sensationslust statt medizinische Dokumentation

"In diesen Shows werden Menschen aus reiner Sensationslust operiert", kritisiert Prof. Dr. Dr. Heinz G. Bull, Präsident der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie in Deutschland e.V. (GÄCD). Der Präsident der größten Fachvereinigung für Ästhetische Chirurgie in Deutschland unterstreicht zudem, dass es in der Ästhetischen Chirurgie nicht darum gehe, alles zu machen, was machbar sei. Sinn und Zweck solcher operativer Eingriffe sei es vielmehr, dem Patienten den Leidensdruck zu nehmen, wenn er z.B. wegen einer großen Höckernase unglücklich ist.

Nicht nur die GÄCD, auch die Bundesärztekammer (Spitzenorganisation der ärztlichen Selbstverwaltung, die die berufspolitischen Interessen vertritt) kritisiert die Vermarktung schönheitschirurgischer Leistungen in den Medien und will gegen den Schönheitswahn, dem immer mehr Jugendliche und Heranwachsende ausgesetzt sind, vorgehen. "Es darf einfach nicht sein, dass unsere Kinder sich in ihrem Selbstwertgefühl vor allem durch suggerierte Defizite gegenüber Stars und Sternchen definieren und die so genannte Schönheitschirurgie zum Jugendkult hochstilisiert wird?, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe. Persönlichkeit sei keine Frage der Chirurgie. Auch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) äußerte sich kritisch über die TV-Shows. "Wenn Schönheitsoperationen für junge Menschen so alltäglich werden wie der Gang zum Friseur, wenn in Fernsehshows oder Radiosendungen Brustvergrößerungen oder Stupsnasen verlost werden, dann ist es höchste Zeit zum Handeln."

Scheinwelt ohne Realitätsbezug

Mittlerweile hat sich eine Koalition gegen den Schönheitswahn unter dem Vorsitz des Präsidenten der Bundesärztekammer Prof. Hoppe formiert. Gemeinsam wollen die Teilnehmer an Medien und Öffentlichkeit appellieren, nicht länger Kinder und Jugendliche als Zielgruppe anzusprechen und verantwortungsbewusster mit der Darstellung ästhetischer Eingriffe umzugehen. In den Medien werde nach Ansicht der Koalitionsteilnehmer eine Scheinwelt konstruiert, die Schönheitsoperationen zu einem erstrebenswerten Konsumgut werden ließen. Bereits für die 9- bis 14-Jährigen sind laut einer Umfrage Schönheitsoperationen bereits ein Thema.


Quelle: Nach Informationen der Bundesärztekammer und der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland e.V. (GÄCD), Oktober 2004
Autor: BSMO Redaktion
Stand: 02-11-2004



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